Almanya – Willkommen in Deutschland

„Kann man sehen“ kulturmovies

Eine kultur- und generationenübergreifende Familiengeschichte wollten die deutsch-türkischen Schwestern Yasemin (Regie, Drehbuch) und Nesrin (Drehbuch) Samdereli drehen. Sie erzählen die Geschichte der Familie Yilmaz, die in den 1960ern nach Deutschland kommt und 45 Jahre später einen Road Trip in die Heimat macht, weil Großvater Hüseyin dort ein Ferienhaus gekauft hat. Um Heimat soll es gehen, um Herkunft, Zugehörigkeit und Identität. Doch die insgesamt 14 Hauptfiguren auf zwei Zeitebenen und der ständige Wechsel des Erzähltons von lustig zu dramatisch zu pathetisch verhindern, dass der Film ein klares Profil entwickelt. Auch sind die Konflikte der Familienmitglieder mit oberflächlich noch höflich umschrieben. Man merkt, dass „Almanya“ 50 Drehbuchfassungen durchlief, und dass die Samderelis den Indie-Hit „Little Miss Sunshine“ (schräge Familie, ein Bus, ein Todesfall) schätzen. Das vergisst man fast vor Schreck, als beim in versöhnlicher Wortsoße ertränkten Happyend sogar Angela Merkel eine Rolle spielt. Ein bemühter, zu gut gemeinter Beitrag zur Integrationsdebatte. (vs)
Prädikat besonders wertvoll

Almanya - Willkommen in Deutschland (Poster)