Alles wird gut

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Die Probebühne als Labor. Theater- und Filmregisseur Niko von Glasow („NoBody’s Perfect“) dokumentiert die Entstehung eines gemeinsam mit dem Ensemble entwickelten Bühnenstücks, vom Casting über den künstlerischen Schaffensprozess bis zur Premierenaufführung. Das Besondere dabei: Der maßgebliche Teil des Ensembles lebt mit einer Behinderung, ist blind, spastisch gelähmt oder contergangeschädigt wie von Glasow selbst auch. Er verzichtet in seinem mit nüchternem Blick gefilmten Making-of zwar darauf, die Ensemblemitglieder in ihrem Privatleben zu zeigen, doch auch in der bisweilen an die Grenzen der Selbstentblößung gehenden Probenarbeit schärfen sich in den Konflikt- und Erfolgsmomenten deren Konturen. Diese intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Berührungsängsten, Defiziten und dem „Freakdasein“ mündet schließlich in eine humorvolle, aber auch berührende Reflexion über den Umgang mit Handicaps. Da nimmt man die Beteiligten längst nicht mehr als Behinderte, sondern in erster Linie als großartige Bühnendarsteller wahr. (ascho)

Prädikat wertvoll

Alles wird gut (Poster)