Alles, was wir geben mussten

„Muss man sehen“ kulturmovies

Obwohl die Handlung in einer alternativen Realität spielt, täte man der Verfilmung von Kazuo Ishiguros Roman Unrecht, wenn man sie als Science-Fiction einstufte. Im Mittelpunkt stehen die Teenager Ruth (Keira Knightley), Tommy (Andrew Garfield) und Kathy (Carey Mulligan), die in einem englischen Internat aufwachsen. Doch anstatt sie zu unterrichten, stellen die Lehrer ausschließlich die Funktionsfähigkeit der Schüler sicher. Diese sind Klone, denen ein Tod auf Raten bevorsteht. Ihre Bestimmung: Organe spenden. Die Wahrheit, die sich den drei Freunden bald eröffnet, ist nicht die finale Erkenntnis, sondern dient Regisseur Mark Romanek als Sprungbrett für philosophische Fragen: Was bedeutet „menschlich“? Darf der Mensch Mittel zum Zweck sein? Der Stoff schreit geradezu danach, als Revolte gegen ein repressives System inszeniert zu werden – doch um einen hollywoodesken Showdown, um einfache Lösungen, geht es nicht. Romanek und Drehbuchautor Alex Garland schwingen sich auch nicht zum Ethikrat auf. Sie überlassen die Bewertung des verstörenden und zärtlichen Geschehens ganz dem Betrachter. (mcs)

Prädikat besonders wertvoll

Alles, was wir geben mussten (Poster)