Alles inklusive

„Kann man sehen“ kulturmovies

Nach einer Hüft-OP wird Althippie Ingrid (Hannelore Elsner) von ihrer Tochter Apple (Nadja Uhl) dazu verdonnert, zwei Wochen in einem spanischen All-inclusive-Hotel zu verbringen, das genau dort steht, wo Ingrid noch vor dreißig Jahren nackt am Strand tanzte. Widerwillig lässt sie sich darauf ein – nicht ahnend, dass die Begegnung mit der transsexuellen Fußpflegerin Tina (Hinnerk Schönemann) sie zu einer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zwingen wird … Der Titel ist Programm: Weitere Rollen spielen ein humpelnder Hund namens Dr. Sigmund Freud, eine verbiesterte Radiofeuilletonistin, ein Tierarzt mit Hang zu sadomasochistischen Sexspielchen und eine Maklerin im Dirndl. Auch einen afrikanischen Flüchtling bringt Doris Dörrie noch unter, handelt dessen Schicksal aber in etwa zehn Minuten ab. Sie beruft sich als Regisseurin unter anderem auf die belgische Regieavantgardistin Agnès Varda, traut sich filmisch aber kaum über einen glanzlosen Mittwochabendfilm in der ARD hinaus – unentwegt scheint die Sonne in uninspirierten Bildern. „Alles inklusive“ pendelt zwischen Familiendrama und überdrehter Farce, die Verkettungen der Erzählstränge sind stark konstruiert. Verheerend ist aber: Dörrie nimmt die Sehnsüchte und Motivationen ihrer Figuren nicht ernst – und verbaut dadurch auch dem Zuschauer jeglichen emotionalen Zugang zu ihnen. (sb)

Alles inklusive (Poster)