Allein unter Nachbarn

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Geld regiert die Welt. Und dieses gesellschaftliche Phänomen regiert wiederum die neuesten Fantasien des spanischen Spezialisten für schwarzen Humor, Álex de la Iglesia. Das Ergebnis ist die skurrile Darbietung einer temporeichen, aber nicht sehr ergiebigen Story. Ein heruntergekommenes Madrider Wohnhaus dient als Kulisse für die Intrigen einer Horde habsüchtiger Nachbarn. Ein vergessener Ort inmitten der Großstadt, wie geschaffen für die Mutation normaler Bürger zu einer Gemeinschaft morbider Charakterschweine. Julia (Maura) ist Maklerin. Bei einer Wohnungsbesichtigung findet sie eine verweste Leiche und 300 Millionen Pesten. Doch die Nachbarn wollen ihr den unverhofften Reichtum nicht überlassen. Was als Komödie beginnt, wird schwärzer und schwärzer und überschreitet immer wieder die Grenzen zum makabren Schauspiel (Maura bewältigt diesen Übergang fließend). Durch den eingeschränkten Schauplatz ist die Kamera immer unmittelbar am Geschehen dran, erholt sich nie in weitläufigen Einstellung. Blut, Dreck und kriechende Ekelhaftigkeiten werden von ihrem Blick frontal eingefangen. Laut Presseinfo bereitet sich Iglesia mit seinem nächsten Projekt die absolute Herrschaft über den Planeten vor. Gott bewahre! (mt)

Allein unter Nachbarn (Poster)