Aline – The Voice of Love

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Aline - The Voice of Love | Kritik

Gibt es tatsächlich irgend etwas, das man über Céline Dion noch nicht weiß? Die kanadische Popdiva mit der grandiosen Stimme hat ihre Karriere schließlich genau damit begründet, dass sie uns auf der Bühne all das offen legt, was sie im Innersten bewegt. Seit über 30 Jahren, als sie 1988 den Eurovision Song Contest gewann, kennen wir die Bilder: Die eine Hand greift himmelwärts, mit der anderen schlägt sie sich auf die Brust – so präsentiert sich Dion dem Publikum mit opernhaften Gesten, die bis in die letzte Sitzreihe reichen. Jetzt startet in den Kinos der Film der Film Aline – The Voice of Love.
Enthüllungen oder gar Skandale blieben also aus, als die französische Schauspielerin und Regisseurin Valérie Lemercier in Cannes ihre Filmbiografie vorstellte, in der die Hauptfigur, minimal verschleiert Aline Dieu heißt. Lemercier, die Dion/Dieu über alle Zeitsprünge hinweg selbst spielt, hatte aber auch gar nicht die Absicht, ihre Hauptfigur in schlechtem Licht dastehen zu lassen.
Mit viel Liebe zum Detail und mit viel Zeitkolorit stellt Aline – The Voice of Love Dions Weg zum Ruhm nach und zieht einen gleich mit dem Charme der tiefsten kanadischen Provinz der 70er Jahre in seinen Bann. Auftritt der kleinen Aline: Sie fällt schon als Kind mit ihrem unglaublichen Gesangstalent auf Familienfeiern auf, begeistert bald auch bei den Auftritten ihrer Familienband das Publikum, wird Profi und schließlich Weltstar. Im Nachhinein präsentiert sich Dions außerordentliche Laufbahn von den Anfängen als jüngstes von 14 Geschwistern in einer kuriosen frankokanadischen Variante der Kelly Family bis hin zu ihren Solo-Shows im Caesars Palace in Las Vegas als äußerst geradlinig. Aber ein paar Kurven gab es auch bei ihr: nicht zuletzt die Sorge, wie ihre Eltern die Neuigkeit aufnehmen würden, dass sie ihren Produzenten und Manager heiraten will, ungeachtet des Altersunterschieds von 28 Jahren – oder dass es mit der ersten Schwangerschaft nicht auf Anhieb klappen will. Aber in „Aline“ wird alles schnell wieder gut. Dafür steht exemplarisch eine Szene wie die, in der Aline bei einer großen Show die Stimme versagt, dann aber ihr begeistertes Publikum als vielstimmiger Chor den Gesang für sie übernimmt. Anders als in den nicht minder ehrerbietigen Filmfiografien „Rocket Man“ und „Bohemian Rhapsody“, in denen die Hauptfiguren auch mal den Bad Boy geben durften, wird hier keine dunkle Seite der Künstlerin aufgedeckt. Aline – The Voice of Love ist ein Wohlfühlfilm, der perfekt zu Céline Dions Musik passt: Beides kommt von Herzen. rr

Aline - The Voice of Love | Fotos

Aline - The Voice of Love | Besetzung

Aline - The Voice of Love (Poster)

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