Alice und das Meer

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Ein Film über eine Schiffsmechanikerin auf einem ziemlich heruntergekommenen Frachter – gibt es einen Grund, warum ich mir das anschauen sollte? Allerdings! „Alice und das Meer“ ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass es beim Film nicht auf das Was, sondern auf das Wie ankommt. Regisseurin Lucie Borleteau schafft in ihrem Spielfilmdebüt das Porträt einer innerlich zerrissenen jungen Frau, die versucht, ihren beruflichen Ehrgeiz, ihre Beziehung zu Landratte Félix und ihre Affäre mit dem Ersten Offizier Gael zu jonglieren. Aber das ist auf schwankendem Untergrund auf Dauer unmöglich… Dass Alice auch im übertragenen Sinn keinen festen Boden unter den Füßen hat, ist als Metapher fast schon zu offensichtlich. Aber das sehr sachliche und leidenschaftliche Spiel der großartigen Ariane Labed zieht einen in die widersprüchlichen Emotionen der jungen Frau hinein. Anschauen sollten sich „Alice und das Meer“ also alle, die im Kino echte Gefühle suchen. (rr)

Alice und das Meer (Poster)