Alexandre Ajas Maniac

„Kann man sehen“ kulturmovies

Wenn man „Alexandre Ajas Maniac“ zum Maßstab macht, braucht die Welt keine Slasherfilme. Die Geschichte von Frank (mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck: Elijah Wood) als Frauen mordender Psychopath, der seine Opfer skalpiert und mit den Skalps zu Hause Schaufensterpuppen schmückt, ist nur eines: voller frauenfeindlicher Klischees. Fast immer tragen die Opfer Pumps oder sind anderweitig im Nachteil, wenn sie angefallen werden. Die Jagd nach ihnen zeigt Regisseur Khalfoun direkt aus der Sicht von Frank – und somit auch jeden Schnitt in Halsarterien, Stimmbänder oder Kopfhäute aus nächster Nähe. Diese Perspektive verhöhnt die Qual der Frauen, führt ihr Leid zynisch vor. Khalfoun aber liefert dafür keine künstlerische oder emanzipatorische Rechtfertigung, er möchte seine Zuschauer einfach zum (Mit)Täter machen. Da der geistig derangierte Frank aber röchelt wie Darth Vader und so unfreiwillig komisch ist, fällt jeder für Humor empfängliche Zuschauer immer wieder aus der Rolle – und muss lachen, wenn sinnlos gemordet wird. (jw)

Alexandre Ajas Maniac (Poster)