Air Force One

„Kann man sehen“ kulturmovies

Fiese Russen (u. a. Gary Oldman) hijacken das Spezialflugzeug des US-Präsidenten (Harrison Ford), um die freie Welt zu erpressen. Doch der entzieht sich den Entführern. Während die „Air Force One“ zwischen Ramstein und Kasachstan umherdüst, läßt der Präsident einen Terroristen nach dem anderen über die Klinge springen … Wie Wolfgang Petersen das längst abgenudelte „Die Hard“-Konzept weiter abnudelt, entbehrt nicht kühner Konsequenz. Wo jeder Allerweltsfilmemacher der Story Humor und den Charakteren spannungshalber die eine oder andere Schwäche gestatten würde, verzichtet der Emdener auf alle Zwischentöne. Um so intensiver kann er sich dafür beschränken auf dröhnende Reflektionen über Staatsräson und Übermenschentum. Und wo jeder Feld-, Wald- und Wiesenregisseur eine Szene einflechten würde, die dem Publikum in Bildern begreiflich macht, warum das Böse böse ist, beläßt es Petersen bei pathetischen Dialogen: Wenn der Präsident sagt, jemand sei ein Verbrecher, hat das gefälligst zu genügen. So offenbart der Film auf äußerst ununterhaltsame Art eine übelriechende dumpfdeutsche Geisteshaltung, die man seit Jahrzehnten ausgestorben wähnte. (cb)

Air Force One (Poster)