Agata und der Sturm

„Muss man sehen“ kulturmovies

Eine ganze Riege lebenspraller Figuren durchlebt in Soldinis („Brot und Tulpen“) neuem Film unwahrscheinliche Tragödien und Zufälle, die ihr Leben von Grund auf durcheinander wirbeln. Mit dabei: eine rassige Buchhändlerin in den 40ern (sinnlich: Licia Maglietta), deren Energie reihenweise Glühbirnen und Verkehrsampeln durchbrennen lässt; ihr Bruder, mit dem sie aber gar nicht verwandt ist; seine Frau, die als Psychologin in einem TV-Harem jede Ehe rettet, aber die eigene vergeigt, und ein Huhn namens Bianchella, das wegen des Todes seiner Besitzerin die Eiergabe einstellt. Als wäre es ein Stück von Almodóvar nach einem Drehbuch von Isabel Allende; Fiktion und Realität verschmelzen zu einer surrealen Geschichte voller Menschlichkeit und Humor. Die Frauen tragen frische Sommerkleidchen, die wohligen Bilder sind in mediterranem Blau, Rot und Gelb gehalten, und beinahe glaubt man, in diesem Bilderbuch-Italien Thymian und Ginster zu riechen. Wenn dann alle Figuren geschickt zusammengeführt sind und gemeinsam einen Forellenteich planen, sonnt man sich entspannt in der wärmenden Philosophie: Das Leben gibt’s, das Leben nimmt’s – mach das Beste draus. (cor)

Agata und der Sturm (Poster)