Adam – Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Mit dem Schritt über die Türschwelle verlässt Beth (Byrne) ihre Welt und betritt die ihres Nachbarn Adam: das nächtliche Firmament, für sie vom Himmel geholt und an die Wände seiner Wohnung projiziert. Ein verbindender Moment in Adams menschenleerer Welt, mit bekannten Variablen, die ihm zugänglicher sind als der verwirrende irdische Kosmos der Emotionen und der sozialen Interaktion. Mit Leichtigkeit referiert Adam (Dancy) über modernste Theorien der Astrophysik, sein Gegenüber aber bleibt für ihn stets ein Rätsel – Adam leidet am Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus. Dieser intime Moment legt den Grundstein für eine ungewöhnliche Lovestory, die sich allen gängigen Mustern widersetzt, inhaltlich wie formal. Klischees und Vorhersehbares, wie man es sonst von romantischen Komödien aus Hollywood kennt, finden sich in Max Mayers Film nicht. Wohltuend auch, dass er Adams Marotten nie für billige Lacher instrumentalisiert, ohne, dass dabei der Humor zu kurz käme. (mcs)

Adam - Eine Geschichte über zwei Fremde. Einer etwas merkwürdiger als der Andere (Poster)