Absolute Wilson

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Die Welt des Robert Wilson ist zu groß für einen durchschnittlich langen Dokumentarfilm. Insofern ist es bewundernswert, wie es Katharina Otto-Bernstein gelang, ein informatives Porträt des texanischen Theaterregisseurs und Künstlers zu drehen. Überraschend vor allem, weil sie biografische Details findig als Motive seines ausufernden Gesamtwerkes entdeckt und gegenüberstellt. Fünf Jahre hat die Hamburgerin den Arbeitswütigen Wilson begleitet und Weggefährten wie den Komponisten Philip Glass, David Byrne und Opernsängerin Jessye Norman interviewt. Dem 65-jährigen Bühnenmagier ist sie dabei offensichtlich sehr nahe kommen. „Absolute Wilson“ ist ein unkritischer Freundschaftsdienst, der mit fantastischem Material aus Wilsons Anfängen in den USA, von seinem Mammutprojekten „The CIVIL warS“ und „Einstein on the Beach“ betört. Die 80er und 90er Jahre, in denen Wilson in Europa Inszenierung um Inszenierung in seiner kühl-abstrakten Ästhetik ablieferte, schnurren auf wenige Filmminuten zusammen. Offensichtlich hat sich Otto-Bernstein vom angehäuften Material erschlagen lassen. Das soll einst im Director’s Cut Platz finden. Geplante Länge: acht Stunden. Wilson halt … (ascho)