About a Girl

„Kann man sehen“ kulturmovies

Der Titel von Mark Monheims Coming-of-Age-Film ist dem gleichnamigen Nirvana-Song entlehnt. Denn die 15-jährige Charleen (Jasna Fritzi Bauer) hört nur Musik von toten Leuten, vornehmlich jenen, die in jungen Jahren unter tragischen Umständen ums Leben gekommen sind. Genervt von Eltern und Mitschülern, fasst sie schließlich den Entschluss, es ihren Vorbildern gleichzutun. Der Suizidversuch – natürlich nur ein Hilfeschrei – misslingt, und so erhält Charleen die Chance, das Leben wieder lieben zu lernen … Das riecht nicht nach teen spirit, sondern nach einer Lebens- und Menschenkenntnis, die sich ausschließlich aus Nick-Hornby-Romanen und luftigen Folksongs speist, nicht aber aus der ungleich komplexeren Wirklichkeit. Wie Monheim schwierige Themen wie Depression und Selbstmord trivialisiert, um ihnen mit möglichst einfachen Lösungen beikommen zu können; wie er seine Kalenderspruch-Botschaften („Das Leben ist ein Geschenk, und Geschenke wirft man nicht weg“) so oft erklärt und wiederholt – da fühlt man sich schließlich so wenig ernst genommen wie man selber die Abziehbildfiguren des Films nicht ernst nehmen kann. All das ist Lichtjahre entfernt von einer aufrichtigen Auseinandersetzung. Immerhin: Für das Prädikat „Besonders wertvoll“ der Filmbewertungsstelle ist das offenbar aber immer noch ausreichend. (sb)

About a Girl (Poster)