Ab durch die Hecke

„Muss man sehen“ kulturmovies

Eine herzige Waldtierschar erwacht aus dem Winternickerchen und denkt sich nichts Böses. Verne, die vorsichtige Schildkröte, ruft seine Patchworkfamilie aus Stinktier Stella, Eichhörnchen Hammy, zwei theatralischen Opossums und einer Igelsippe zum Kickoff-Meeting, um die Monate bis zum nächsten Frostratzen zu planen. Doch, heidewitzka, was ist das für eine grüne Mauer, die auf einmal ihr Moos-und-Borke-Idyll durchtrennt? Die Erklärung liefert ein Fremder, Waschbär Richie, ein echter urbaner Cowboy, der den arglosen Haufen benutzen will, um sich selbst aus der Patsche zu helfen: Während die Putzis schliefen, stampften Yuppies nebenan eine Retortensiedlung aus dem Unterholz. Ein Segen, findet Richie: „Menschen leben, um zu essen.“ Massenweise Futter also, und so marschieren die Racker gen Suburbia, als wär’s Westdeutschland anno 1990. Doch die Mission „Junkfood gegen die Kälte“ hat ihre Tücken … Gespickt mit genialen Insidergags, die den Blagen im Kinopublikum entgehen dürften, führt „Ab durch die Hecke“ uns schreiend komisch den eigenen Konsumterror vor, den wir täglich leben. Gut geölte Animationen, hohes Tempo und überbordender Detailreichtum sorgen für die kurzweiligsten anderthalb Stunden des Sommers. (silu)

Ab durch die Hecke (Poster)