A United Kingdom

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Was hätte das für ein packendes zeitgeschichtliches Drama werden können! Ein armes afrikanisches Land löst sich aus den Klauen des Kolonialismus und verwahrt sich gegen die rassistische Apartheidspolitik des britischen Empire. Und das alles, weil Seretse Khama – designierter König von Betschuanaland, dem späteren Botswana – sich während des Studiums in London in die britische Sekretärin Ruth verliebt und zu seiner First Lady macht. Eigentlich machen Regisseurin Amma Asante und Drehbuchautor Guy Hibbert fast alles richtig. Sie zeigen den Rassismus, dem Ruth (Rosamunde Pike) selbst in ihrer Familie erleben muss, das Misstrauen, mit dem die Einwohner Betschuanalands der Weißen begegnen und wie sie sich deren Vertrauen erarbeitet. Auf der anderen Seite sind da die Ränkespiele der Kolonialherren, die sogar zur Verbannung des eloquenten wie charmanten Khama (David Oyelowo) führen. Doch „A united Kingdom“ bleibt unentschlossen zwischen schematischem Befreiungsdrama und Rosamunde-Pilcher-mäßig in Szene gesetzter Lovestory. ascho

A United Kingdom (Poster)