A Long Way Down

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Wie lang der Weg nach unten ist, wird früh klar: Begleitet von einer schwerelosen Kamera rotiert die Zigarre, die dem Selbstmörder aus dem Mund gerutscht ist, gemächlich um sich selbst, während sie vom Dach eines Londoner Wolkenkratzers auf die Straße fällt. Es ist eine der wenigen originär filmischen Ideen in Pascal Chaumeils Leinwandversion des gleichnamigen Nick-Hornby-Bestsellers. Ansonsten setzt die eher brave Inszenierung vor allem auf den Wortwitz der Vorlage. Und auf die Situationskomik, die sich zwangsläufig daraus ergibt, wenn sich vier lebensmüde Fremde an Silvester auf einem Dach treffen, gemeinsam beschließen, ihren Selbstmord bis zum Valentinstag zu verschieben, und schließlich zu Freunden werden. Bis es allerdings so weit ist, müssen noch scharfzüngige Dialoge geführt und absurde Begebenheiten überstanden werden, und auch ein wenig Kitsch muss sein. Das große Glück des Films ist seine Besetzung: Neben Pierce Brosnan als gefallenem TV-Star, Toni Colette als verklemmtem Mauerblümchen und Aaron Paul („Breaking Bad“) als gescheitertem Rockmusiker brilliert vor allem Imogen Poots als ebenso rotzfreches wie fragiles Psychowrack. (to)

A Long Way Down (Poster)