A History of Violence

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Coffeeshop-Inhaber Tom (Mortensen) lebt das kleine Glück: ein Haus im Grünen, zwei liebe Kinder und eine begehrenswerte Frau (Bello). Als zwei Verbrecher Toms Café überfallen, bringt er sie aus Notwehr um – mit erstaunlich geübten Handgriffen. Über Nacht wird er zum Medienstar. Doch dann taucht ein Einäugiger (Ed Harris) auf, der behauptet, Tom wäre Joey: ein Auftragskiller. Eine Verwechslung? Oder steckt im Familienmenschen vielleicht doch ein Mörder? Von nun an breitet sich das Motiv, dass nichts im Leben sicher ist, auch ungewollt in die inszenatorischen Bereiche aus. Der Film schwankt unentschlossen zwischen Sozialstudie, Psychodrama, Thriller und comichafter Gewaltorgie hin und her. Soll man nachdenken über die Ursachen von Gewalt, sich fürchten oder lachen? Cronenberg hat mit verstörendem Kino wie „Crash“ polarisiert – doch in der Comicroman-Adaption „A History of Violence“ stößt er den Zuschauer nur vor den Kopf. Die gekonnt etablierten Figuren treten bald hinter den Handlungsverlauf zurück, und das Duo Mortensen/Bello bleibt trotz intensiven Spiels ein Opfer der Gewalt, die ihr Regisseur seinem Film antut. (ik)

A History of Violence (Poster)