8 Namen für die Liebe

„Kann man sehen“ kulturmovies

Was braucht eine romantische Komödie? Ein Paar, das sich im Laufe des Films trotz diverser Hindernisse annähert, witzige Szenen und ein Happy End. Mit dem Vollblutandalusier Rafa (Dani Rovira) und der kratzbürstigen Baskin Amaia (Clara Lago) ist das erste Kriterium mühelos erfüllt. Mit den Gags hapert es dann aber schon, denn die einzige humoristische Inspirationsquelle des spanischen Erfolgsfilms sind die regionalen Unterschiede zwischen dem Baskenland und Andalusien. Regisseur Emilio Martinez-Lazaro überzeichnet bewusst die Feindseligkeit zwischen den Volksgruppen: Alle Basken sind Revoluzzer und basteln Molotowcocktails, und andalusische Männer sind schmierige Machos mit zu viel Gel im Haar. Was beide Seiten gemeinsam haben: Sie übertreiben es mit dem Lokalpatriotismus … Solche Komödien über die Rivalität zwischen Norden und Süden gibt es in vielen Variationen, über Nordlichter und Bayern oder Nord- und Südfranzosen – das macht die Gegenüberstellung der Gegensätze aber nicht origineller, weil meist nur platte Stereotypen bedient werden. Deshalb setzt Martinez-Lazaro zusätzlich auf Situationskomik, die aber schnell ihren Reiz verliert, wenn sich Rafa zum dritten Mal durch sein schlechtes Baskisch und seinen andalusischen Handyklingelton zu verraten droht. Da wird das Schmunzeln dann zum Seufzen, und man sehnt sich nach dem Regionalclash-Klassiker „Willkommen bei den Sch’tis“, der cleverer und lustiger war. (kes)

8 Namen für die Liebe (Poster)