8 MM

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Privatdetektiv Welles (Cage) sucht die Mörder eines Mädchens, die in einem Snuff-Film getötet wurde. In einer Mischung aus Faszination und Abscheu taucht er ins S/ M- und Hardcoreporno-Milieu von Los Angeles und New York ein wie Orpheus in die Unterwelt. Schumachers Film handelt nur vordergründig von Pornografie und Mord. Im Kern erzählt er die Geschichte eines Mannes, der es mit Mächten aufnimmt, die er nicht kontrollieren kann, und der, um Läuterung zu erfahren, selber zum Mörder wird. “8 mm” traut sich an vermeintliche Tabuthemen heran, und trotzdem bleibt der Eindruck, dass mit dem Ex-Dekorateur Schumacher ein Mann auf dem Regiestuhl sitzt, der sich der Brisanz derartiger Themen nur oberflächlich bewußt ist. Rachetaten im Nieselregen, Vergeltung im grellen Gegenlicht: Die moralische Katastrophe interessiert nur am Rande. “8 mm” ist ein mutiger, unkonventioneller Film. Noch mutiger wäre es gewesen, ihn auch unkonventionell zu inszenieren. (vs)

8 MM (Poster)