8 Mile

„Muss man sehen“ kulturmovies

Ein ganz neuer Eminem: hilfsbereit, sympathisch, bescheiden. Haben wir uns bisher in dem bösen Rapper getäuscht? Oder ist er ein verdammt guter Schauspieler? Wahrscheinlich beides. Wenn Eminem alias Jimmy Smith jr. sehnsüchtig das Foto einer heilen Familie betrachtet, spürt der Zuschauer genau, dass sich das Gettokid auch ein liebevolles Elternhaus wünscht. Egal, ob Jimmy den Liebhaber seiner Mutter (mutig abgefuckt: Kim Basinger) verprügeln will oder in einem HipHop-Club stumm von der Bühne rennt – er versteht es, allein durch seine Körpersprache Emotionen auszudrücken. Die handgeführte Kamera bleibt stets eng an ihm dran. Eminem alias Marshall Mathers kommt aus ähnlichen Verhältnissen, errappte sich als Weißer den Respekt der schwarzen Musiker und hassliebt seine Mutter. Deshalb erliegt mancher dem Irrglaube, „8 Mile“ sei eine Eminem-Biografie. Obwohl es einige Parallelen zwischen der Figur und dem Sänger gibt, hat Regisseur Curtis Hanson ein anderes Anliegen: Er führt den Zuschauer zwischen White-Trash-Tristesse und Videoclip-Ästhetik in die Detroiter Rapper-Welt ein. (dl)

8 Mile (Poster)