7 Psychos

„Muss man sehen“ kulturmovies

„7 Psychos“: So soll es heißen, das Buch des erfolgsbefreiten Autors und Hobbyalkoholikers Marty (Farrell) – ungefähr dort endet seine Inspiration aber auch schon. Das ändert sich, als sein Kumpel Billy (genial gaga: Rockwell) und dessen Kumpel Hans (Christopher Walken) den Schoßhund des Gangsterbosses Charlie (Harrelson) entführen. Denn als dieser zum Rachefeldzug bläst, findet sich Marty ganz unversehens inmitten einer so skurrilen wie unübersichtlichen Jagd wieder. Erwachsene Männer, von leicht schräg bis ziemlich meschugge, schießen um sich und streiten sich wie Jungs auf dem Schulhof. Was Martin McDonaghs Groteske von seinem letzten Film „Brügge sehen … und sterben?“ unterscheidet, ist die Oberfläche: „7 Psychos“ ist bunt, die obskure Komik nutzt das sonnenbestrahlte Hollywood anstatt des tragikomischeren belgischen Flairs. McDonagh mischt Ebenen, er persifliert und nutzt die klassischen Zutaten des gediegenen Gangsterfilms auf cleverste Art. Teilweise ein wenig zu clever: Doppelbödigkeit, Selbstjustiz in alle Richtungen, verhältnismäßig rare, aber harte Gewalt. Dennoch ein grandioser Film. (lan)

7 Psychos (Poster)