3 Zimmer/ Küche/ Bad

Das Setting des dritten Spielfilms von Dietrich Brüggemann (“Renn, wenn du kannst“) ist ein cleveres: Im Laufe eines Jahres unterstützen sich acht Freunde abwechselnd bei ihren Umzügen – Umbruch liegt in der Luft, Kreuzwege und Prioritäten tun sich auf. Ebenso glaubwürdig wie die Schauplätze, die mit ihrer schlichten Echtheit überzeugen, inszeniert Brüggemann mit ruhigem Schnitt und betont nüchterner, angeblasster Ästhetik die Zweifel, Ängste und Überforderung der modernen Mittzwanziger. Dem entgegen stehen die zu strikten Figurenkonzepte, die ein befreites Aufspielen der frischen Schauspieler (Anna Brüggemann, Alice Dwyer, Jakob Matschenz, Robert Gwisdek, Aylin Tezel) verhindern. Dadurch wirkt vor allem der Humor konstruiert und hölzern. Die eigentlich so spannenden zwischenmenschlichen Beziehungen und Entwicklungen fasst Brüggemann in musikgetränkten Collagen zusammen; auch das Thema Generation Praktikum und die damit verknüpften Probleme deutet der Film nur an. So lässt dieses charmante Werk seine zentralen Themen unfertig verhandelt. (lan)