3 Herzen

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Eine Prämisse wie nach dem kleinen Einmaleins des Romantikkinos: Ein Mann und eine Frau, einander völlig fremd, verbringen eines nachts spontan ein paar Stunden miteinander und trösten sich über ihre Einsamkeit hinweg – es funkt auf Anhieb zwischen Marc und Sylvie (Benoît Poelvoorde und Charlotte Gainsbourg), dennoch tauschen sie weder Namen noch Telefonnummer aus. In Paris wollen sie sich wiedersehen, doch Marc erscheint zu spät zum verabredeten Treffpunkt. Schließlich lernt er Sophie (Chiara Mastroanni) kennen, die sich zufällig als Sylvies Schwester entpuppt – was der Film jedoch nur dem Zuschauer mitteilt, um aus der Unwissenheit der Figuren künstlich Spannung zu generieren. Mit Filmen wie dem enigmatischen Drama „Villa Amalia“ war der französische Regisseur Benoît Jacquot bisher nicht für Durchsichtigkeit bekannt – „3 Herzen“ hingegen ächzt unter seiner Überkonstruktion, die trotz des spielfreudigen Ensembles jeden Anflug von Wahrhaftigkeit im Keim erstickt. Zwar umschifft Jacquot mit seiner mitunter betont kühlen Inszenierung die Untiefen des Kitsches, dennoch hört man in jeder Szene und bei jeder Wendung vor allem das Rascheln der Drehbuchseiten. (sb)

3 Herzen (Poster)