28 Weeks Later

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Grippe und Ebola sind nichts im Vergleich zu dem Killervirus, der in „28 Days later“ von Danny Boyle die Menschen in wutrasende Monster verwandelte. Fünf Jahre später kommt die Fortsetzung, ohne Boyle. Sie eröffnet mit einer Rückblende, dem Angriff einer Horde Infizierter: verwackelte Bilder, hektische Schnitte und heftige Beats, schneller als der Herzschlag des Zuschauers. Sechs Monate später beginnt das Militär mit der Neubesiedelung Londons. Die Stadt im Ausnahmezustand ist beklemmend dargestellt: Auf jede Vogelperspektive folgt eine Halbtotale, die das Ausmaß der Verwüstung oder Militärpräsenz zeigt. Eine gespenstische Atmosphäre und mit erneutem Auftauchen des Virus eine gewaltige Untergangsvision. Die Protagonisten – eine Ärztin, ein Soldat und zwei Kinder – sind auf der Flucht vor blutrünstigen Kranken und den Säuberungsaktionen des Militärs. Diese Handlung verdammt den Film zum Actionthriller, doch auch das liefert sehr beklemmende Bilder. So stolpern die Helden in absoluter Finsternis in einem unterirdischen Bahnhof umher – den Blick beschränkt auf das, was sie durch ein Nachtsicht-Zielfernrohr sehen. Der Virus ist dabei nur eine Metapher für die mehr oder minder unterschwellige Gewalt in unserer Welt. Das Leben ist tödlich – und das ist nicht einmal das Schlechteste, was man ihm nachsagen kann. (jan)

28 Weeks Later (Poster)