2046

„Sollte man sehen“ kulturmovies

„2046“ ist nicht das heiß erwartete SciFi-Experiment. Er wird auch jene urbanen Romantiker verstören, die sich auf eine Fortsetzung von Wongs keuschem Liebesfilm „In the Mood for Love“ gefreut hatten. Von diesem übernimmt Wongs neuer Film zwar Schauplätze und den Hauptprotagonisten, die Eleganz und schwelgerische Sehnsucht sind aber ernüchternder Realität gewichen. Der scheiternde Schriftsteller Chow (Leung) tröstet sich mit zahlreichen Damen über seine unmögliche Geliebte hinweg. Weil das allein nicht hilft, rettet er sich in die Arbeit an einem Roman, in dem man Zeitreisen in das Jahr 2046 unternehmen kann. Gerade dem westlicheren Auge ist die Vielzahl ähnlicher Figuren manchmal eine Überforderung – aber das scheint Absicht, hatte Wong doch im Vorfeld überlegt, alle Frauenrolle nur von einer Schauspielerin verkörpern zu lassen. Verwirrt kommt man aus dem Kino, betört von klassischen Arien und magischen Bildern zwischen „Metropolis“ und Godard. Man vergibt vier Punkte, die nach einem zweiten Blick durchaus nach oben oder unten ausbrechen könnten. (rk)

2046 (Poster)