20.000 Days on Earth

„Sollte man sehen“ kulturmovies

20 000 Tage, 54 Jahre. Ein älterer Mann steht auf, wäscht sich, fährt durch den Regen zur Küste. Nimmt Freunde mit. Und trifft sich mit einem Kollegen zum Mittagessen. Der ältere Mann ist Nick Cave, Crooner, Rockstar, Enigma der Gothrockszene. Aufnahmen zu seiner 2013er-CD „Push the Sky away“, tastendes Songwriting, Spielen mit Lärm, Spielen mit Instrumenten. Jane Pollard und Iain Forsythe dehnen mit „20 000 Days on Earth“ das Format Rockstardokumentation so weit, dass man nicht mehr von einer Dokumentation sprechen kann – Spielszenen, Inszeniertes, Trickaufnahmen stehen gleichwertig neben dokumentarischen Aufnahmen aus dem Tonstudio und aus der Konzerthalle. Aber: ein kluger Film, ein Film, der nahe an dem bleibt, was Cave musikalisch macht. Der sogar einen humorvollen Zugang zum Werk Caves eröffnet, wo der Star ehemalige Weggefährten ins Auto lädt, mit ihnen durch Brighton kurvt und nichtssagend plaudert: Kylie Minogue, die überirdisch schön ist, und Blixa Bargeld, der nicht besonders gut gealtert ist. Was unter den Tisch fällt: Caves Machismo, Caves musikalischer Konservatismus. Egal. We know who u r. (fis)

20.000 Days on Earth (Poster)