2 Tage New York

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Julie Delpy ist die Expertin für komplizierte Beziehungsfragen: Fünf Jahre nach „2 Tage Paris“ prallen diesmal in New York die kulturellen Eigenheiten von Franzosen und Amerikanern aufeinander. Marions (Delpy) Familie aus Paris fällt für kurze Zeit ins Land ein, wird aber vom Zoll vorher erstmal wegen Käseschmuggels hochgenommen. Es bleibt nicht das einzige Klischee: Die Franzosen sind nicht nur passionierte Weintrinker, sondern natürlich auch versaut, ordinär, exhibitionistisch und sexsüchtig. Für die Komödie ein Volltreffer, dass Marions US-Ehemann Mingus (Chris Rock) ein pedantischer Saubermann ist, der das kapriziöse Verhalten seiner angeheirateten Sippschaft nicht dulden mag. Manhattan, Central Park, turbulente Liebesbeziehungen: Delpy wandelt auf den Spuren ihres Vorbilds Woody Allen; ihre Figuren sind nicht nur neurotisch und zaudernd, sie sind wie Kinder im Körper von Erwachsenen, denen man das Spielzeug weggenommen hat. Das ist zum Teil anstrengend – und doch kurzweilig und humorvoll. (ds)

Prädikat wertvoll

2 Tage New York (Poster)