13 Tzameti

„Muss man sehen“ kulturmovies

Wurde auch mal Zeit, dass „13 Tzameti“ ins Kino kommt. Der schon 2005 produzierte Thriller sahnte nämlich zurecht schon einige Filmpreise ab, darunter den Großen Preis der Jury beim Sundance Filmfestival und den Preis als Bestes Debüt in Venedig. Regisseur Géla Babluani erzählt in schwarz-weißen Bildern vom Höllentrip des Dachdeckers Sebastien (George Babluani). Den 22-Jährigen führt ein gestohlenes Bahnticket zu einer mysteriösen Veranstaltung in einem einsam gelegenen Haus. Hier fechten reiche Männer ein knallhartes Spiel um Millionen von Euro aus; ihre Spielfiguren sind Sebastien und ein Dutzend weiterer Männer. Babluani irritiert mit harmlosen Bildern, unterlegt von drohender Horrorfilmmusik und grausamen Psychoszenen, die bei absoluter Stille über die Leinwand flimmern. Fast unerträglich ist es, wenn Sebastien und fünf weitere Männer im Kreis auf einer Plattform stehen und jeder dem Vordermann einen mit drei Patronen geladenen Revolver an den Kopf hält. Viele Sekunden lang stehen sie so da. Dann, auf Kommando, wird abgedrückt, und niemand weiß, ob er in der nächsten Sekunde tot, ein Mörder oder gar beides sein wird. Am Rande der Plattform stehen die Spieler, reiche Leute, die ihren jeweiligen Mann anfeuern. Vor der Leinwand sitzt der Zuschauer, zugleich angeekelt und mitfiebernd den düsteren Bildern ausgeliefert. (jul)