13 Semester

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Dass die Schauspieler sympathisch wirken und alle bemüht sind, anständige Arbeit abzuliefern, rettet diesen Film. Er will ein Studentenleben flott und geschmeidig präsentieren – und erstickt beinahe an der Masse seiner Klischees. Moritz (Max Riemelt) steht vor der Abschlussprüfung in Wirtschaftsmathematik an der TU Darmstadt. Ein schlechter Zeitpunkt, um seine Studienzeit aufzurollen – der Film tut es dennoch: Wohnungssuche, Vorlesungsbeginn, Mitbewohner, Partys, Lerngruppe, erste Liebe, Auslandssemester. Problem: Jeder hat die schöne Studienzeit anders erlebt oder erlebt sie noch – das Dokumentarische von Moritz’ Biografie bleibt daher ohne repräsentative Kraft. Richtig ärgerlich sind die Nebenhandlungen, die das Niveau des Films auf ARD-Vorabendprogramm absenken und die Geschichten der Figuren zum Gaudi degradieren. Exemplarische Szene: Moritz sitzt mit einem Freund auf dem Sofa und sortiert das Leben, doch den Blick des Betrachters fangen zwei fußballspielende Roboter im Vordergrund. (jan)

13 Semester (Poster)