127 Hours

„Muss man sehen“ kulturmovies

Regisseur Danny Boyle schickt seine Hauptfiguren gerne an fabelhafte und berauschende Orte, die sich früher oder später als Hölle entpuppen. Nach thailändischen Trauminseln („The Beach“), dem Weltraum („Sunshine“) und der Müll-Megacity Mumbai („Slumdog Millionär“) zieht es ihn für diese auf Tatsachen beruhende Geschichte an ruhigere Orte. Aron Ralston (James Franco) klettert alleine in den Bergen von Utah – bis sich ein Felsbrocken löst, ihn in eine Felsspalte schleudert und seinen Arm einquetscht. Fünf Tage lang versucht Ralston, freizukommen. Dann zückt er sein Taschenmesser … Kindliches Staunen, jugendlicher Rausch, erster Sex, große Abenteuer: In Rückblicken lässt Boyle die besten Erinnerungen seiner Figur hochleben und verhandelt auf emotionale und packende Weise den unbändigen Lebenswillen eines vermeintlich Todgeweihten. Ähnlich wie Sean Penns „Into the Wild“ ist das ein Film von überbordender humanistischer Kraft, Reife und Naturgewalt. Allein die Luftaufnahmen der Bluejohn Canyons sollten Grund genug sein, dem Tod ins Gesicht zu spucken. (ds)

127 Hours (Poster)