1 Mord für 2

„Muss man sehen“ kulturmovies

Das schmerzt: Der junge, schöne Milo Tindle (Jude Law) hat dem steinreichen Andrew Wyke (Michael Caine) die Frau ausgespannt. Auch nicht angenehm: Nun muss Tindle bei Wyke vorsprechen und ihn dazu bringen, sich von seiner Frau scheiden zu lassen. In der Designervilla Wykes treffen die beiden Männer aufeinander – und liefern sich einen verbalen Schlagabtausch, der sich gewaschen hat. Regisseur Kenneth Branagh inszenierte das Zweipersonenstück als rasanten Hightechkrimi. Überwachungskameras dokumentieren das Zusammentreffen der Rivalen, das Geschehen ist teilweise nur über die Monitore zu sehen, die Wyke in seinem Haus aufgestellt hat. Treten die Männer aus dem Aufnahmeradius der Kameras, hört man nur noch ihre Stimmen. Visuelle Spielereien wie diese erhöhen zwar das Tempo des Films, können aber nicht davon ablenken, dass es sich um einen im besten Sinne klassischen Krimi handelt. Die Spannung entsteht nicht durch blutige Szenarien, sondern durch die Raffinesse, Schlagfertigkeit und Gewieftheit der Figuren. Das Zusammenspiel der beiden Darsteller ist fantastisch: Zu Anfang des Films spielt der arrivierte Caine den Schönling Law mühelos an die Wand – man ist geneigt, Law genauso zu unterschätzen, wie es die Filmfigur Andrew Wyke mit Milo Tindle tut. Ein Fehler … Wer das Original von 1972 kennt, kann sich übrigens besonders freuen: Damals spielte Michael Caine den jungen Milo. (jul)