Zum Inhalt springen

The House That Jack Built (2018)

The House That Jack Built (Poster)

Bewertung

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Neues von Lars von Trier: Serienkiller Jack betrachtet seine Morde als Kunstwerk. Doch sein Werk ist nicht vollendet.

Filminhalt

Bei seiner Premiere im Rahmen der diesjährigen Filmfestspiele von Cannes verließ eine Hundertschaft Zuschauer entrüstet den Saal – doch der öffentlichkeitswirksame Furor wird Lars von Triers Film nicht gerecht: Der soziopathische Massenmörder Jack (so gut wie nie: Matt Dillon) berichtet dem mysteriösen Verge (Bruno Ganz) anhand von fünf „Ereignissen“ von seiner 60 Morde umfassenden Laufbahn. Dass Jack seine Morde als Kunstwerke betrachtet, ist der offensichtliche Hinweis darauf, dass von Trier sich und seinen Ruf in der Figur des Jack wieder einmal ausgiebig selbst bespiegelt. Sein Serienkillerporträt ist Offenbarungseid, selbstreflexives Zwiegespräch und neuerliche Provokation in einem. Und es ist ein Film, dem man die Krise seines Schöpfers ansieht: formal nach „Nymph()maniac“ eine Wiederholung, unnahbar, im Tonfall uneben, mit nur wenigen motivischen Schauwerten und nicht arm an Redundanzen. Er hält aber auch Überraschungen bereit: So funktioniert „The House that Jack built“ auch als Komödie – wenn Jack nach einem stümperhaften Mord aufgrund einer Zwangsstörung immer wieder zum Tatort zurückkehrt, selbst dann noch, als die Polizei anrückt, dann hat das die Qualität eines Sketches. Erst im spektakulären Epilog knüpft der Film an die visuelle Opulenz von „Melancholia“ oder „Antichrist“ (2009) an – wenn von Trier den Killer und damit auch sich selbst wortwörtlich ins Höllenfeuer stürzen lässt. msb

  • The House That Jack Built (Filmbild 4)
  • The House That Jack Built (Filmbild 2)
  • The House That Jack Built (Filmbild 3)
  • The House That Jack Built (Filmbild 5)