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Patti Cake$ (2017)

Patti Cake$ (Poster)

Bewertung

„Sollte man sehen“ kulturmovies

Das White-Trash-Girl Patti will unbedingt Rapstar werden – obwohl sie nicht mehr jung, weiß, arm und dick ist …

Filminhalt

„You can get it if you really want“: Nicht nur ein Song von Jimmy Cliff, auch eine der ganz großen Lügen des Kapitalismus, um einem das Gefühl zu geben, dass man es einfach nicht richtig versucht hat, wenn man scheitert. Patti (Danielle Macdonald) aber glaubt diese Lüge; sie glaubt, dass sie ein Rapstar werden kann, auch wenn sie in der Vorstadt lebt, übergewichtig ist, das klassische HipHop-Alter mit 23 schon überschritten hat, vor allem aber: weiß ist. Das ist alles nicht street, das ist White Trash, und White Trash steht auf Südstaatenrock, nicht auf HipHop. Geremy Jaspers „Patti Cake$“ ist ein ehrlicher Film: Er tut gar nicht so, als ob er seiner Heldin ein klebriges Happy End zuschanzen wollte. Zudem nimmt er sein musikalisches Sujet ernst und zeichnet die desolaten Verhältnisse in den Suburbs von New Jersey mit liebevoller Genauigkeit. Aber Jasper weiß nicht wo er hin möchte, zum liebevollen Outsider-Indiekino, zur familientauglichen Tragikomödie oder zur harten HipHop-Realness. Das Ergebnis ist, dass „Patti Cake$“ ästhetisch inkonsistent ist, er verliert seinen Flow – und das ist wohl mit das Schlimmste, was man über einen HipHop-Film sagen kann. fis

  • Patti Cake$ (Filmbild 2)
  • Patti Cake$ (Filmbild 3)
  • Patti Cake$ (Filmbild 4)
  • Patti Cake$ (Filmbild 5)