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Ein Augenblick Liebe (2014)

Bewertung

„Kann man sehen“ kulturmovies

Filminhalt

Was ist schlimmer als ein belangloser Film? Ein belangloser Film, der vorgibt, etwas zu sagen zu haben. Im Grunde ist „Ein Augenblick Liebe“ handelsübliche, mit faden Gags und Kalenderweisheiten gespickte Komödienkonfektionsware, wie sie seit Jahren in Frankreich produziert wird: Verheirateter Mann (François Cluzet) trifft Singlefrau (Sophie Marceau), und dass ihnen allerlei Komplikationen ins Haus stehen, versteht sich von selbst. Regisseurin Lisa Azuelos möchte ihren Film aber als spielerische Reflexion über Zufall, Schicksal und die Halbwertszeit der Liebe verstanden wissen. In endlosen, mit flauschiger Popmusik unterlegten Parallelmontagen stellt sie das Vertraute dem Neuen gegenüber – wobei sich der Film in dieser Frage allzu deutlich positioniert – und versucht den Zuschauer wiederholt, mit dem alten „Alles nur geträumt“-Effekt an der Nase herumzuführen. Am Ende erwartet einen noch eine besonders krude Wendung, die der in polierter Werbeclipoptik gehaltenen Romanze einen philosophischen Dreh verleihen soll. Unbeabsichtigte Auswirkung: Azuelos’ Regiemätzchen täuschen nicht über die Banalität ihres Films hinweg, sondern heben diese noch hervor. (sb)